Das Arnsberger Frauenensemble

Schlangenhaut
Slobodan Snaider


Bearbeitung und Inszenierung: Brigitte Rathert

Das Stück von Slobodan Snaider spielt im Keller eines Krankenhauses irgendwo in Bosnien zu irgendeiner Zeit.
Drei Frauen, die orthodoxe Serbin Marta, die Jüdin Lea und eine Namenlose haben bei der Muslimin Amina Unterschlupf gefunden.

Eines Abends bringt Marta eine halbtote bosnische Kroatin, Asra, in den Keller. Sie wurde von Serben vergewaltigt und ist hochschwanger. Beide Frauen kümmern sich um sie, die nach der Schändung nicht mehr nach Hause zurückkehren kann. Sie will das Kind, das ihr im Traum als Schlange erscheint, nicht gebären. Dieses Motiv stammt aus einem bosnischen Märchen aus der Herzegowina, aus serbischen Quellen und wurde erzählt in urkroatischer Sprache - ein Bild für den multikulturellen Zustand, in dem sich Bosnien vor dem Krieg befand.

Snaider deutet den alten Volksmythos weiter: die Schlangenhaut als wechselnde Uniform des Söldners, die den Krieg am Leben hält. Das Kind wird in seinem Leben heimatlos sein, zu keiner Seite gehören. Es ist dazu verdammt, als heimatloser Söldner seinen Hass in die Welt zu tragen. Gegen allen Widerstand bringt Asra das Kind zur Welt. In der letzten Szene besuchen die drei Frauen die „Schlange“ in einem palästinensischen Ausbildungslager.

In der letzten Szene erschießt Asra sie in einer letzten Umarmung. Sie durchbricht damit die unselige Kette, in der sich die Schlange immer wieder häutet und dadurch immer wieder neue Gewalt gebiert.

 

Das Arnsberger Frauenensemble   Das Arnsberger Frauenensemble

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Premiere  
12. September 1997 Kulturzentrum Neheim
  
Weitere Aufführungen  
14. September 1997 Kulturzentrum Neheim
17. Januar 1998 Kulturzentrum Neheim

 

Presse

"In den folgenden zweieinhalb Stunden wurde das Publikum in den Bann der ergreifenden Geschichte bosnischer Frauen gezogen, die das Schicksal in den ....Keller eines Krankenhauses verschlagen hatte.

Alle Darstellerinnen schafften es mit großer Ausdruckskraft und Spielfreude die Herzen der Zuschauer zu erreichen und Verständnis für ihre persönliche Geschichte zu wecken. Sogar das oberflächlich betrachtet harte und unmenschliche Verhalten der Krankenwärterin Amina alias Doris Braukmann konnten die Zuschauer in Anbetracht ihrer grausamen Kindheitserlebnisse mit Beklommenheit nachvollziehen.
So erfüllte denn auch eine bedrückende Stille den Beginn der Pause. Das Gesehene musste erst verarbeitet werden ....

Unterstützt durch wirkungsvolle Lichteffekte erreichte das Ensemble .... unter der Regie von Brigitte Rathert eine hohe schauspielerische Qualität, die deutlich über das normale Niveau von Laiendarstellern hinauswuchs. Das Publikum dankte mit verdientem, lang anhaltendem Applaus.“
(Westfalenpost 16.9.1997)

 

                     
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