Das Arnsberger Frauenensemble
Ge ; st

Zwischen dem Leben und dem Tod ist nur ein Komma

von Margaret Edson
Inszenierung: Brigitte Rathert

 

Work in Progress  
20. Oktober 2000 Studiobühne des Sauerlandtheaters Arnsberg
im Rahmen des "Theater-Treffens 2000"
  
Premiere
10. März 2001 Studiobühne des Sauerlandtheaters Arnsberg
  
Weitere Aufführungen  
11. März 2001 Studiobühne des Sauerlandtheaters Arnsberg
   

 

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Presse
Zwischen dem Leben und dem Tod ist nur ein Komma
"Geist" und eine Sternstunde des Frauenensembles

Die Uhr schlägt - alle!
Stanislaw Jercy Lec

Diagnose: Krebs.
Von da an bewegt sich das Leben im Rückwartsgang. Schwerer Stoff, den die Amerikanerin
Margret Edson in Geist so bedrückend verarbeitet hat.
Das Frauenensemble brachte Samstag dieses Stück auf die Studiobühne des Sauerlandtheaters.

Vivian Bearing, eine junge Literaturwissenschaftlerin und Expertin für den englischen Dichter John Donne ((1572-1631) hat einen Unterleibstumor, insidiös, wie die Ärzte sagen, also heimtückisch. Sarkastisch. Die Abhängigkeit und das Sterben.


Es war wohl eine der besten Vorstellungen, die das Frauenensemble in seiner zehnjährigen Geschichte gegeben hat.

  Vor allem Ruth Raffenberg glänzte in der Rolle der Vivian Bearing mit den oft langen Monologen zwischen geistreichem Witz, Trauer, Schmerz Depression und dieser schrecklichen Angst. Eine herausragende und überzeugende schauspielerische Leistung.

Ein bitteres Stück, in dem Prof. Bearing vor dem Publikum über John Donne doziert, der im Glauben an das ewige Leben dem Tod die Macht abspricht. "Tod, sei nicht stolz..." Dem gegenüber die Medizin. Nüchtern, sachlich, mechanisch und kühl. Hilflose Ärztinnen und Pflegerinnen im Umgang mit der Patientin, der Zuwendung wichtiger wäre als Diagnose und Analyse. Doch bleibt nichts anderes als Chemotherapie, der Giftanschlag auf den Körper im Namen des Lebens. Und für den Horizont der Wissenschaft. Freundlich und herzlos zugleich.

  Es gelang dem Ensemble, gerade diesen Krankenzimmern alltäglichen Gegensatz herauszustellen. Die Schauspielerinnen schienen den unsäglichen Schmerz, die Verzweifelung und die verlegene Distanz dermaßen verinnerlicht zu haben, als seien sie selbst betroffen.

Zum Schluss geht alles sehr schnell. Gekämpft gehofft und doch verloren, wie es so oft in Nachrufen heißt. "Zwischen dem Leben und dem Tod ist nur ein Komma..." Keine Gefühlsduselei, kein theatralisches Ende.

Ein bedrückendes Werk, für das Frauenensemble glänzend inszeniert von Brogitte Rathert, das auch die Botschaft enthält, Lebenszeit als ein Geschenk anzunehmen. Die Uhr schlägt - alle. Mit und ohne Krebs, und die Mediziner auch. (th-)

(Westfalenpost 12.09.2001)

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